Der Aktientipp mit 1000 Prozent

Der Aktientipp mit 1000 Prozent

Jeder kennt mittlerweilen die zahlreichen Aktienempfehlungen, die man verärgert im Spam-Ordner löscht oder löschen sollte. Leider gibt es nach wie vor Personen, die dem scheinbaren Insider-Tipp nicht widerstehen können. Lockt doch ein Wertsteigerungspotenzial, das man nur einmal im Leben realisieren kann.

Zum Unterschied aber zu diesen plumpen Betrugsversuchen sind sogenannte Börsenbriefe (natürlich nur die Unseriösen) eine andere Liga. Das Ziel ist zwar das Gleiche. Scheinbare unentdeckte Aktienperlen, die immer nur um ein paar Cent notieren, werden stark empfohlen, um die bereits selbst gekauften Anteile bei der darauffolgenden Kursrallye, die durch die Käufe der Leichtgläubigen ausgelöst wird, teuer zu verkaufen. Die Analysen, die den Kauf oft als noch unentdeckten Insider-Tipp beschreiben, sind grandios geschrieben und könnten nicht einmal von wirklichen Profis entlarvt werden. So gut sie aber formuliert sind, so fantasievoll sind auch die Prognosen.

Die Gewinne, die die Betrüger bei solchen Aktionen erzielen, bleiben oft im Verborgenen. Denn selbst wenn einmal jemand geschnappt wird, ist der Fall schwer nachvollziehbar, da natürlich sämtliche Transaktionen über Steuerparadiese abgewickelt werden. Die Betroffenen melden sich auch oft nicht. Falsche Scham, aber auch oft die Angst vor dem Finanzamt, da es sich ums eigene Schwarzgeld handelte.

Dieser Tage läuft gerade der Prozess um einen der bekanntesten Börsenexperten der deutschsprachigen Region. Nein, nicht der Erste – es ist bereits der Zweite, der die Anklageschrift „Schwerer Betrug mit Aktienempfehlungen“ trägt. Es handelt sich um den TV-Experten und Börsenbrief-Herausgeber Markus Frick. Ich verfolge gespannt die Ergebnisse der Ermittlungen und der verhängten Strafen.

Überraschend war für mich bereits das Teilgeständnis von Herrn Frick und die Tatsache, dass er sagenhafte  1,9 Mio. Euro  für einen solchen falschen Aktientipp kassierte. Für nur einen einzigen Tipp!

Hat es Ihnen nun auch die Sprache verschlagen. Dann halten Sie sich jetzt fest. Beim ersten Prozess (April 2011) hat Herr Frick nach der Verurteilung unglaubliche 42 Mio. Euro über eine Treuhandgesellschaft, an der Frick Anteile hielt, an die Senatskasse gezahlt. Weitere läppische 420.000 Euro flossen aus seinem Privatvermögen dazu.

Eine Warnmeldung anderer Art kommt diesmal von der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Potentielle Anleger sollen mit 950 Prozent Gewinnpotenzial geködert werden. Es handelt sich um die Hyper Secure Ltd. (ISIN: BMG4682E1093), die derzeit in Verdacht steht für Marktmanipulationen missbraucht zu werden. Also Vorsicht ist geboten.

Fazit: Eine sehr lukrative Methode auf kriminelle Art und Weise zu sehr viel Geld zu gelangen. Opfer gibt es anscheinend auch genügend, denn leider stirbt Gier niemals aus und somit werden sich immer Leute finden, die den angeblichen Gurus und deren „todsicheren“ Anlage-Tipps folgen. Ich kann nur immer wieder betonen – es gibt keine Gurus, solange es auch keine Kristallkugel gibt!

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